Groß Borstel
Grünes, stadtnahes Quartier mit eigenem Moor

Groß Borstel, ein verwunschener, grüner Stadtteil in direkter Nachbarschaft zum trubeligen Eppendorf, in dem ich seit Mitte der achtziger Jahre gerne wohne. Natürlich kannte ich das Finanzamt und damit die Borsteler Chaussee ebenso wie den Weg beim Jäger und die Alsterkrugchaussee aus dem Blickwinkel des vorüber brausenden Autofahrers. Auch vom Eppendorfer Moor und den Kleingärten hatte ich etwas gehört. Aber welches Kleinod sich da in direkter Nähe zu ‚meinem‘ Stadtteil befindet, habe ich vor einiger Zeit eher zufällig entdeckt.

Südlich des Flughafens gelegen hat Groß Borstel mit seinem Mix

aus moderner Bebauung wie zum Beispiel den rund 800 neu entstandenen Wohnungen am Tarpenbeker Ufer, großen Vorstadtvillen und historischer Reetdach Architektur seinen dörflichen Charakter bewahren können, da weiteTeile des Stadtteils nahezu unangetastet blieben. Und das schlägt sich auch in der Verbundenheit der Bewohner zu ihrem Stadtteil nieder. Der rührige Kommunalverein, der gemessen an der Einwohnerzahl, der größte Hamburgs ist, sorgt dafür, dass das Erscheinungsbild des Stadtteils erhalten bleibt und organisiert Widerstand, wenn es nötig ist- z.B. gegen eine engere Taktung des Flugbetriebs.

Die Parks mit den schönen alten Bäumen, das Waldstück ‚Borsteler Jäger‘ das 26 ha große Eppendorfer Moor, das von Rechts wegen Groß Borsteler Moor heißen müsste und die vielen grünen Gärten erwecken das Gefühl, die Stadt Hamburg für einen Kurzurlaub verlassen zu haben.

Daten zu Groß Borstel

*Durchschnittliches Alter der Bevölkerung42,1
*Personen pro Haushalt1,8
*Durchschnittliche Wohnungsgröße75,3 m²
*Wohnfläche pro Einwohner38,1 m²
**Preisentwicklung der letzten 5 Jahre, Grundstücke17,74 %
**Preisentwicklung der letzten 5 Jahre, Häuser25,6 %
**Preisentwickl. der letzten 5 Jahre, ETW7,5 %

Quellen: *Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein & **LBS Immobilienatlas 2026

WISSENSPERLE

Hätten Sie es gewusst?

Das Stavenhagenhaus bezeugt 300 Jahre Hamburger Geschichte. Seine Ursprünge reichen bis in die Mitte des 17.Jahrhunderts zurück, als Groß Borstel zum dänischen Hoheitsgebiet gehörte. Ein wohlhabender Hamburger Tuchhändler kaufte die alte Kate und ließ 1702 ein klassizistisch-barockes Herrenhaus errichten, umgeben von einem fast 3 ha großen Lustgarten.

Hamburgs nachweislich ältestes Mansardenhaus konnte wiederhergestellt und 1962 nach dem niederdeutschen Dramatiker Fritz Stavenhagen seiner Bestimmung als kommunales Kulturzentrum übergeben werden. So werden hier heute standesamtliche Eheschließungen in denkmalgeschütztem Ambiente abgehalten.